Die Computer Electronics Show 2008 als Sprungbrett für neue Computer-Technologien soll Bill Gates nun die Bühne bieten, sich endgültig aus dem Geschäft mit Computer-Software zurückzuziehen. Stattdessen Software-Fehlern und neuen Features wird sich einer der reichstem Menschen der Welt in Zukunft mit vollkommen anderen Problemen beschäftigen. Die Bill & Melinda Gates Stiftung soll von nun an den Mittelpunkt seines Handelns bilden — die größte private Stiftung der Welt, die sich vorrangig mit der Forschung gegen AIDS auseinander setzt. Warren Buffet verhalft der Stiftung erst vor kurzer Zeit zu zusätzlichen Schlagzeilen, als er als enger Freund von Bill Gates und nicht weniger gut betuchter Börsenspekulant einen erheblichen Teil seines Vermögens an die Stiftung übertrug.
Die Nachfolge von Bill Gates sollen in Zukunft gleich zwei Personen antreten: Craig Mundie und Ray Ozzie als Chef für Forschung und Entwicklung beziehungsweise Chef für Software Architektur. Seinen Posten als Microsoft-Chef hatte Bill Gates bereits 2001 an seinen langjährigen Weggefährten Steve Ballmer abgegeben, der durch seine recht
außergewöhnliche Kommunikationsstrategie schnell weitreichende Bekanntheit erlangte.
Trotz weitreichender Kritik an Bill Gates und seinem Unternehmen Microsoft, ist der Name dennoch untrennbar mit der Erfolgsgeschichte des Personal Computers verbunden. Mit seinem Betriebssystem Windows hat das Unternehmen nicht nur für reichlich Aufruhr gesorgt, sondern auch ein technisch hochkomplexes Medium für die Massen erschlossen. Ob mit dem endgültigen Abtritt von Bill Gates allerdings auch Microsoft seine treibende Rolle in der Software-Branche einbüßen wird, kann man nur abwarten. In letzter Zeit musste der Konzern zunehmend Rückschläge von innovativen Konkurrenten wie Google oder Apple hinnehmen, die nicht nur flexibler und schneller auf neue Trends reagierten, sondern sie auch besser zu nutzen wussten.
[rl]