Ab Juni will die Telekom seine Kunden mit niedrigeren Preisen wieder eine wirkliche Alternative zur erstarkenden Konkurrenz bieten. Nachdem seit einiger Zeit in den Medien über den schwächelnden Ex-Monopolisten diskutiert wird, der derzeit auch mit mehr oder minder berechtigten internen Preiskämpfen um die Löhne seiner Mitarbeiter kämpft, scheint der Konzern mit gemächlichen Schritten seine Preispolitik zu überarbeiten. So
soll in Zukunft unter der Marke T-Home ein Komplett-Paket angeboten werden, dass zum Preis zwischen 35 und 50 Euro eine Flatrate für Telefon und Internet beinhaltet.
Konkret handelt es sich um drei Pakete Call & Surf Basic, Comfort und Comfort Plus, die sich im Preis zwischen 34,95 Euro und 54,95 Euro bewegen. Während im Basic-Tarif lediglich eine 2-MBit/s-Internet-Flatrate enthalten ist, lockt der Comfort-Tarif zusätzlich mit höherer Bandbreite und Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz. Comfort-Plus-Kunden können sich über 16 MBit/s freuen und erhalten zusätzlich Zugang zu allen 8600 T-Com WLAN-Hotspots in Deutschland. Wer die Hotspot-Flatrate separat zum Tarif bucht, löhnt 14,95 Euro im Monat extra.
Ob diese Angebot allerdings reichen, um der Konkurrenz wieder nennenswert Marktanteile abzugewinnen, ist fraglich. So dürfte sich derzeit vielmehr die Frage stellen, wie man die bestehenden Kunden halten möchte. Während das auf die Fahne geschriebene Ziel der Neukundengewinnung durchaus interessante Wachstumsaussichten bietet, ist weithin bekannt, dass es aus Marketing-Sicht günstiger ist, sich Bestandskunden zu erhalten. Da diese auch von den Preissenkunden profitieren, ist hier zwar ein erster Schritt getan. Grundsätzlich hätte man aber hier wohl schon vor Jahren erste Schritte unternehmen müssen, als die Kundenabwanderung noch nicht so alarmierend war.
Gleichzeitig mit dem eröffneten Preiskampf versucht die Telekom an ganz anderer Stelle wieder Gewinne abzuschöpfen und
beantragte eine Preisverdopplung für die Freischaltung der Teilnehmeranschlussleitungen (TAL), welche die Konkurrenten regelmäßig bei der Telekom durchführen lassen müssen, um Neukunden freizuschalten. Die Konkurrenz hatte hier allerdings schon vor geraumer Zeit Preissenkungen um 30 Prozent gefordert.
[rl]